Lastwagen weg von der Landstrasse, ab auf die Autobahn!

Veröffentlicht am: 10:04:33 19.07.2010

Nach langem Hin und Her hat das Bundesgericht vor einiger Zeit die Erhöhung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) als rechtens. Dieser Entscheid erhöht die Konkurrenzsituation in der Lastwagen-Branche und kann Folgen für den Kanton Luzern haben.

Für die JCVP ist es problematisch, dass die LSVA einzig nach der Anzahl der zurückgelegten Tonnen- Kilometer berechnet wird. So kann es in Zukunft vermehrt vorkommen, dass LKWs auf Landstrassen ausweichen, um so gegenüber den Autobahnen an Fahrdistanz einzusparen. Denkbar sind solche Abkürzungen zwischen den Autobahnanschlüssen Sempach und Gisikon. Die Strecke via Rain – Eschenbach – Inwil ist rund ein Viertel kürzer als Route über die Autobahnverbindung A2/A14. Ebenso kann ein Lastwagenchauffeur einiges einsparen, wenn er von Bern nach Luzern den Weg durchs Entlebuch wählt. Dank dem Einsatz fest eingebauter GPSNavigationsgeräte sind auch Chauffeure ohne lokale oder regionale Kenntnisse in der Lage, die jeweils kürzesten Fahrrouten ausfindig zu machen.

Im Jahr 2005 befasste sich eine von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur in Auftrag gegebene Studie mit der Problematik. Es wurde untersucht, ob der Anteil des Transitverkehrs auf der Strecke Sempach – Inwil auf Grund der LSVA zugenommen hatte. Die Vermutung konnte jedoch nicht bestätigt werden. Die Begründung tönt an sich nachvollziehbar: „Der kürzeren Wegstrecke stehen längere Reisezeiten, anspruchsvolle Ortsdurchfahrten, steile und kurvenreiche Strassenabschnitte, Wartezeiten an Lichtsignalanlagen und Kreiseln entgegen.“ Wenn man aber mit denjenigen, welche die Situation am besten kennen, spricht – den Anwohnern und damit den Hauptbetroffenen – entstehen ernsthafte Zweifel, ob die vif-Untersuchung noch aktuell ist. Denn seit den neusten Belastungen für das Transportgewerbe hat der Schwerverkehr auf den Landstrassen zugenommen.

Gerade auf der Kantonsstrasse K10 durchs Entlebuch kommt es immer wieder zu heiklen Situationen. Wer von Escholzmatt bis zum Ebnet einem italienischen Schwertransporter hinterher „kriechen“ muss, fühlt sich möglicherweise geneigt, auch mal zu überholen, wenn er es besser lassen sollte. Die Velofahrer müssen manchmal Angst haben, von den Lastwagen abgedrängt zu werden, Schulkinder werden gefährdet. Die Brummis zwängen sich geradezu durch den „Slalom“ im Dorf Entlebuch oder um die engen Kurven beim Farbstutz. Die Leidtragenden sind die Anwohner, welche sich mit dem Lärm und den Abgasen abfinden müssen.

Eine Möglichkeit wäre es nun bei der LSVA eine Unterscheidung zwischen Autobahnen und Landstrassen zu treffen und die Abschnitte auf Landstrassen entsprechend höher zu besteuern. Damit würde die Autobahn wieder billiger als der Landstrassenweg. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass eine Abgabenerhöhung den Binnenverkehr, das lokale Transportgewerbe nicht schwächen darf. Die JCVP bleibt an diesem Thema dran und wird bis im Herbst einen Lösungsvorschlag ausarbeiten.






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