1386 – 2009 ?

Veröffentlicht am: 20:37:19 17.03.2010

Die JCVP bedauert die Nichtdurchführung der Sempacher Schlachtfeier und will, dass an den Schulen die Schweizer Geschichte endlich wieder in den Lehrplan kommt! Was nützt es alles über den Bau der Grossen Mauer oder den Niedergang der indianischen Hochkulturen zu wissen, wenn man nie etwas vom Sonderbundskrieg gehört hat?

Sempach, Juni 2009: Die Jungsozialisten des Kantons Luzern wollen gegen den braunen Sumpf an der Sempacher Schlachtfeier vorgehen. Ihr Ansinnen ist lobenswert, hat doch die Zahl der Rechtsextremen an der Feier von Jahr zu Jahr zugenommen. Doch was macht die JUSO? Sie instrumentalisiert die Schlachtfeier ihrerseits, um ihre Ansichten mediengerecht zu präsentieren und heizt so die Atmosphäre auf. Dies gelingt ihr und kostet die Luzerner Bevölkerung mehrere Hunderttausend Franken. Als Nebeneffekt profitiert auch die PNOS von der verstärkten Berichterstattung. Den traditionsbewussten Luzernern hat man einen für die Identität unseres Kantons wichtigen Anlass weggenommen.

Die Medien sollen die Rechten links liegen lassen

Tatsächlich wurden die Rechten von Jahr zu Jahr unverschämter. Zwar verhalten sie sich ruhig und gesittet, es fallen aber immer wieder Exponenten auf, die Leibchen oder Transparente mit gewaltverherrlichenden und aggressiven Sprüchen tragen. Solche Vorkommnisse sind gewiss untragbar, doch warum schenkt man ihnen überhaupt Beachtung? Das Hauptproblem ortet die JCVP nicht beim Aufmarsch der Rechten, sondern beim Verhalten der Medien. Alljährlich haben sie anstatt über die Feier mehrheitlich von der Kranzniederlegung der Rechten berichtet. Dieser Sensationsjournalismus ist uns zutiefst zuwider und wir fordern die Medien auf, die Rechten künftig links (respektive rechts) liegen zu lassen.

Auch 2010 eine würdige Feier

Peinlich ist nun, wie sich die eigentlich bürgerliche Regierung den extremen Minderheiten beugt. Hatten einige Regierungsräte keine Lust mehr sich an der Feier zu zeigen oder fehlt das Feingefühl für die Luzerner Geschichte? 1986 wurde die 600-Jahr-Feier von einer stolzen und bürgernahen Luzerner Regierung aktiv mitgestaltet. Statt mutig voranzuschreiten und Akzente zu setzen, entzieht die Luzerner Regierung der Schlachtfeier ihre Unterstützung. Zum Glück wehrt sich das Städtchen Sempach gegen den Entscheid. Sempach wurde nicht einmal in den Entscheidungsprozess der Regierung mit einbezogen. Die JCVP ruft deshalb die Bevölkerung auf, Sempach beim Vorhaben zu unterstützten, auch 2010 eine würdige Feier zu veranstalten. Wenn die Regierung ihre Pflicht nicht wahrnimmt, müssen halt wir in die Bresche springen.

Die Schulen vernachlässigen ihre Pflicht

Wir wollen nicht, dass in der heutigen, schnelllebigen Welt eine solche Tradition verloren geht. Deshalb fordern wir auch die Schulen auf, endlich wieder die Schweizer Geschichte in den Lehrplan aufzunehmen und ihr ein stärkeres Gewicht zu geben. Im heutigen Geschichtsunterricht werden Themen aus aller Welt behandelt, die Schweizer Geschichte jedoch vernachlässigt. So gehen die aargauische Klosteraufhebung, die darauf folgende Jesuitenberufung, die Freischarenzüge der Radikalen und schlussendlich der Sonderbundkrieg vergessen. Es ist schade, dass am Ende der Schulzeit kein Luzerner Schüler weiss, welche Ereignisse die Schweiz und vor allem den Kanton Luzern im 19. Jahrhundert geprägt haben und für das Verständnis der modernen Schweiz unabdingbar sind. Als Folge fällt es schwer, sich mit der Schweiz zu identifizieren und sich für sie zu interessieren. So muss man sich nicht wundern, wenn sich immer weniger Junge für dieses Land einsetzen wollen.






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